Non-Fungible-Token (NFT) - Digitaler Hype oder nachhaltiges Investment?



Woher kommen NFTs?

Vom Nicht-fungible Token (NFTs) sind im letzten Jahr wie aus dem Nichts in den Fokus der digitalen Finanzwelt geschossen. Von Kunst und Musik bis hin zu Tacos und Toilettenpapier sind sie mittlerweile involviert. Aber sind NFTs wirklich ein seriöses Investment oder doch nur ein vorrübergehender Digital-Hype?

Alles begann damit, dass einzelne kreative Investoren Anteile an digitalen Bildrechten erwarben. Die meisten nicht-fungiblen Token (NFTs) wurden bisher von unbekannten Künstlern geschaffen. Inzwischen engagieren sich immer mehr auch ernsthafte Akteure wie berühmte Musiker, große Unternehmen und Prominente in diesem Bereich. Dies beschleunigt den Hype in einem Ausmaß, das wahrscheinlich niemand hat kommen sehen. Aktuell verzeichnet der beliebteste Marktplatz für NFTs mit einer Bewertung von 1.5 Mrd. USD ein 7-faches monatliches Wachstum und ein tägliches Volumen von über 1 Mrd. USD.


Was steckt konkret hinter NFTs?

Und obwohl einige Leute nach wie vor scherzen, „nur JPEGs zu kaufen“, steckt natürlich viel mehr dahinter. Um NFTs beurteilen zu können, ist es allerdings hilfreich, einige wichtige Aspekte der Blockchain sowie der Tokenisierung zu verstehen.

Ein Token besteht aus verschiedenen Informationsblöcken, die zu einer Kette aufgereiht werden, der sogenannten Blockchain. In diesen Blöcken sind verschiedene Informationen zu einem Werk hinterlegt, beispielsweise Urheber, Käufer oder Verkäufer. Zusätzlich wird ein einzigartiger digitaler Fingerabdruck (Hashwert) in jedem Block gespeichert, zusammen mit dem Hashwert des vorherigen Blocks – so entsteht die oben erwähnte Kette. Was die Technologie nahezu fälschungssicher macht, ist die dezentrale Speicherung in einem Peer-to-Peer-Netzwerk. Alle dort angebundenen Rechner haben eine Kopie der Blockchain vorliegen und überprüfen die Schlüssigkeit neuer Blöcke und dort angegebener Hashwerte

Tokenisierung gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Trends zur Nutzung der Blockchain-Technologie. Dabei geht es vor allem um die Möglichkeit, nicht liquide Vermögenswerte digital zu handeln und zu verwalten. Diese international als non-bankable Assets (nbA) bezeichneten Entitäten wie Immobilien, Kunstwerke, Wertgegenstände und Sammlerstücke stellen nicht nur in zinsarmen Zeiten interessante Anlagemöglichkeiten dar. Durch die digitale Tokenisierung von Anteilen an diesen Gütern lässt sich das Eigentum an diesen Werten – auch in Teilen – austauschen. Sie werden fungibilisiert und dadurch unter anderem für neue Anlegergruppen verfügbar.

Die meisten digitalen Blockchain-Token fallen unter die Kategorie der „fungiblen Token“. Vermögenswerte, die hingegen nicht fungibel sind – wie z. B. ein Gemälde – können nicht gegen ein anderes Gemälde getauscht werden, da alle Gemälde unterschiedlich sind und daher auch unterschiedliche (subjektive) Werte haben. NFTs sind demnach einzigartige digitale Token-Varianten, die das Merkmal der Nicht-Fungibilität beibehalten.

Wichtig ist, dass der Token selbst nicht mit dem Vermögenswert verwechselt werden darf, den er repräsentiert. Tatsächlich wird der Vermögenswert – sagen wir ein digitales Kunstwerk – nicht zwingend in der Blockchain gespeichert. Stattdessen stellt der NFT so etwas wie ein digitales Zertifikat dar, das einen Link zu dem Kunstwerk enthält. Durch den Besitz dieses Zertifikats weisen Sie lediglich das Eigentum an dem Vermögenswert nach, mit dem es verknüpft ist, ohne irgendwelche exklusiven (Urheber-)Rechte daran zu besitzen.


Lohnt sich ein Investment in NFTs?

Angesichts der Tatsache, dass ein großer Teil der Branche noch sehr jung ist und sich in der „Experimentierphase“ befindet, darf davon ausgegangen werden, dass eine große Anzahl bestehender NFT-Projekte scheitern wird. Der Unterschied zum vorangegangenen Krypto-Wellen ist jedoch, dass der gesamte Markt sowie die zugrunde liegende Infrastruktur inzwischen viel umfangreicher und fortschrittlicher geworden sind als noch vor drei Jahren. Neben der zunehmenden allgemeinen Adoption und der gestiegenen Liquidität auf den Märkten für digitale Vermögenswerte sollten die folgenden grundlegenden Faktoren berücksichtigt werden, wenn man das Ausmaß des heutigen NFT-Hypes betrachtet:

  • Unterschiedliche Marktteilnehmer: NFTs sind für eine andere Gruppe von Marktteilnehmern relevant, sowohl auf der Emittentenseite (z. B. berühmte Künstler und bekannte Unternehmen) als auch auf der Käuferseite. NFTs haben ein neues Massenpublikum angezogen, das über den Kreis der Fintech-affinen Menschen hinausgeht.

  • Anderes Produktstadium: Im Gegensatz zu vielen Krypto-Projekten bauen NFT-Projekte auf einer bestehenden Community oder Produkten bestehender auf. Dies hat zur Folge, dass NFTs von glaubwürdigeren und etablierteren Projekten gestützt werden.

  • Höheres öffentliches Bewusstsein: Krypto-Themen werden bereits fast täglich in den Massenmedien behandelt, und bekannte Persönlichkeiten aus vielen Branchen engagieren sich.

  • Niedrigere Eintrittsbarrieren: Die Benutzererfahrung hat sich durch Mainstream-Apps, benutzerfreundliche Wallet-UIs und Integrationen in de- und zentralisierten Marktplätzen enorm verbessert. Der Zugang zum Krypto-Ökosystem noch nie so einfach wie heute.


Fazit

In Anbetracht der oben genannten Faktoren könnte man argumentieren, dass die derzeitige Begeisterung für NFTs nicht so schnell abebben wird. Trotzdem bleiben viele in der Finanzbranche eher verhalten optimistisch – während andere Institute inzwischen beginnen, die Möglichkeiten weiter zu erkunden, die sich aus NFTs ergeben.

Die Stadtsparkasse Düsseldorf validiert aktuell gemeinsam mit dem FinTech Timeless, wie die Idee von Sachwert-Investments bei ihren Kunden ankommt. Über eine App können entsprechende Sachwerte-Investments getätigt werden. Im Fokus stehen Kunstwerke, teure Uhren oder gar Whisky. In Sachen Ertragszuwachs laufen alternative Vermögenswerte klassischen Assets wie Aktien teilweise deutlich den Rang ab. Während der MSCI World Index, der als Referenzindex für zahlreiche ETFs dient, in der vergangenen Dekade rund 130 % erwirtschaftete, beläuft sich der Wertanstieg bei Oldtimern auf 193 %. Seltene Whiskey-Sorten erzielten sogar eine Rendite von 478 %.